USBIP auf einem Raspberry Pi starten

Innerhalb meiner Peergroup hatte die Tage jemand versucht, mit Hilfe der Linux-Software USBIP Geräte, welche an einem USB-Port hängen, auch für ein Netzwerk nutzbar zu machen. Im Gegensatz zu einem normalen Debian-Kernel für Standart-PC’s, sind die entsprechenden USBIP-Module aber für die ARM-Architektur im Kernel nicht enthalten. Und irgendwie scheint es prinzipiell wohl Probleme zu geben, die Treiber für den Kernel zu bauen. Dies trifft also nicht nur auf den Raspberry Pi, sondern auch so netter Embeded-Hardware wie der Dockstar. Nach ein bischen stöbern über die allseits bekannten Suchmaschienen bin ich aber hier auf eine – für’s erste funktionierende Lösung gestossen. Sie ist auf ein Debian Wheezy abgestimmt.

Als erstes sollte man sich vergewissern, dass man für sein Raspberry Pi sowohl den aktuellsten Kernel, als auch die neuen Firmware-Treiber und Module geladen hat. Dann wie folgt:

sudo apt-get install git
git clone git://github.com/raspberrypi/linux.git kernel
cd kernel
wget https://raw.github.com/raspberrypi/firmware/master/extra/Module.symvers
zcat /proc/config.gz > .config

Als nächstes öffnet man mit einem Editor die .config und fügt am Ende folgendes hinzu:

CONFIG_USBIP_CORE=m
CONFIG_USBIP_VHCI_HCD=m
CONFIG_USBIP_HOST=m
CONFIG_USBIP_DEBUG=n

Danach auf der Kommandozeile folgende Befehle absetzen:

make oldconfig
make LOCALVERSION=+ modules_prepare
make SUBDIRS=drivers/staging/usbip
sudo make SUBDIRS=drivers/staging/usbip modules_install
sudo depmod -a

Jetzt USBIP installieren:

sudo apt-get install usbip

Nun den Host-Treiber laden (um USB-Geräte teilen zu können)

sudo modprobe usbip-host

Zum Geräte auflisten:

sudo usbip list -l

Man sollte sich die Bus-ID merken, damit man das Gerät dann zum Teilen frei geben kann:

sudo usbip bind --busid 'BUSID'

Als Antwort kommt dann:

bind device on busid 'BUSID': complete

Für den Client wird dann folgendes ausgelöst:

sudo modprobe vhci-hcd
usbip list --remote 'pi ip'
sudo usbip attach --host 'pi ip' --busid 'BUSID'
lsusb

Syntax-Highlighting in vi abschalten

Ich bin ja eher ein schlichter Typ und mag es deshalb nicht, wenn etwas bei einem möglichst ergonomischen Arbeitsprozess anschreit. Dazu zählt das Syntax-Highlighting auf einem Kommandozeilenterminal. Und der Editor vim macht aber eben genau das standartgemäss unter einem Linux. Mit dem Befehl :syntax off im Kommandomodus lässt sich das Highlighting abschalten und mit :syntax on bei Bedarf wieder einschalten.

Will man dauerhaft auf dieses Feature verzichten, ändert man entsprechend die Zeile Syntax on in den Wert off um. Auf einem System mit root-Zugriff macht man das Idealerweise gleich in der globalen Konfigurationsdatei unter /etc/vim/vimrc. Hat man keinen vollen Administrationszugriff oder befindet sich unter einem Darwin-System, setzt man sich diese Option in seinem Heimverzeichnis in der Datei ~/.vimrc.

screen: „No more PTYs“ error

Auf einem Linux-Server, auf welchen ein Ubuntu 10.04 läuft, kam bei dem Versuch als eingelogter Benutzer eine screen-Session zu starten die Fehlermeldung ‚No more PTYs, Sorry, could not find a PTY‚. Als angemeldeter root-User funktionierte es hingegen einwandfrei.
Damit man als einfacher Benutzer auf dem Rechner screen dennoch benutzen kann, sollte man schauen, dass man sich in der Gruppe tty befindet und die entsprechenden Zugriffsrechte für /dev/pts und dem Verzeichnis /dev/ptmx richtig gesetzt sind.

Folgender Befehl löste dann das Problem:

mount -t devpts /dev/ptmx /dev/pts

Um das Pseudodateisystem automatisch zu mounten, ist am besten folgende Zeile in die /etc/fstab einzutragen:

/dev/ptmx /dev/pts devpts defaults 0 0

Kopieren des öffentlichen Schlüssels für die SSH unter Mac OS X

Vor wenigen Tagen habe ich meinen kleinen Home-Server mit einem neuen System von grundauf neu aufgesetzt. Da ich schliesslich ein fauler Mensch bin und mich es ziemlich nervt auch noch für eine SSH-Sitzung mir ein Passwort zu merken, nutze ich also für so einen Fall die Authentifizierung über Public-Keys. Aber aus welchen Gründen auch immer, es gibt unter Mac OS X leider nicht das Programm ssh-copy-id, um den öffentlichen Teil des Schlüsselpaars auf den gewünschten Host zu kopieren. Stattdessen kann man das aber auch über den klassischen Unix-Weg der kleinen Dinge mit Pipe und Ausgabeumleitung erledigen. Bevor man dies tut, sollte man prüfen ob im Benutzer-Verzeichnis des Zielrechners der Ordner .ssh/ bereits existiert. Wenn nicht, so kann man diesen über die normale SSH-Benutzeranmeldung mit Passwortabfrage unter folgendem Befehl erstellen:

ssh user@server.tld 'mkdir .ssh'

Mit dem folgendem Befehl wird nun der Publik-Key des Schlüsselpaar aus dem lokalem .ssh-Ordner ausgelesen, an den Server umgeleitet und in das dortige .ssh-Verzeichniss eingefügt.

cat .ssh/id_rsa.pub | ssh user@server.tld 'cat >> .ssh/authorized_keys'

Jetzt ist es aber immer noch möglich sich mit dem Passwort anzumelden. Damit man sich nun mit dem Key anmelden kann, setzt man die Optionen

PasswordAuthentication no
UsePAM no

in der Konfigurationsdatei des SSH-Servers. Schlussendlich wird der dieser neu gestartet.

Der Flash(en)-Hals

Bis gestern habe ich doch tatsächlich geglaubt, dass ein PC mit einem 2,1 Gigahertz 32 Bit Prozessor und anderthalb Gigabyte Arbeitsspeicher nicht mehr Leistungsfähig genug ist um Flash-Filme – Beispielsweise von YouTube oder Google-Video – im Vollbildmodus flüssig abzuspielen. Nach über zwei Jahren der Abstinenz einer Internetverbindung auf meiner nativen Windows XP Installation und der Benutzung hauptsächlich von Linux für produktive (Internet-) Geschichten habe ich das Windows mal wieder in mein Netzwerk integriert und dabei einfach mal die aktuelle Flash-Playerversion von Adobe mit installiert. Dabei hat sich heraus gestellt, dass die Videos im Vollbild mit dem original Windows-Codec auch absolut flüssig ablaufen. Auf meinem Apple MacBook mit einem Intel Core 2 Duo unter Safari taten sie das perse von Anfang an. Nur dort fing bei der Umstellung auf Vollbild der Prozessorlüfter an zu blasen. Unter Linux kann man statt dessen im Vollbild immer ein – wenn auch leichtes – Ruckeln wahrnehmen. In der Vergangenheit hatte ich ja unter Linux schon ein paar Probleme mit der Wiedergabe von Flash-Inhalten zu kämpfen. Grundsätzlich war und ist es generell so, dass bei der Verarbeitung von animierten Flash-Inhalten sehr viel Rechenzeit benötigt wird und eben bei der Vollbildanzeige von Videos dann sogar die komplette dafür drauf ging. Ganz klar, dass passiert auf allen Betriebssystemplattformen. Unter Debian Lenny kam dann auch noch das Elend hinzu, dass mit dem Update des dafür zuständigen Paket flashplayer-mozilla selbst die Wiedergabe der kleinen Flash-Elemente unter dem „falschen“ Webbrowser absolut nicht mehr performten. Das heißt, dass wenn man wie ich als einen Standartbrowser Galeon benutzt, der zwar nicht mehr aktiv weiter entwickelt wird, aber dennoch für ein modernes Web gerüstet ist, dann für die Nutzung der Flash-Inhalte entsprechend einen populären Browser wie den Firefox zusätzlich verwenden muss. Dieses Elend nahm mit dem Wechsel von Debian zu Ubuntu zum Glück wieder ein Ende. Denn Ubuntu setzt statt dem Paket flashplayer-mozilla flashplayer-nonfree ein. Doch nach der Pest ist wieder vor der Pest. Das Problem mit dem enorm hohen Ressourcenverbrauch besteht immer noch.
Daran lässt sich also erkennen, dass frei Softwareprojekte, die eben keine Lizenzen für Technologien ausgeben möchten weil es eben dem Konzept von freier Software widerspricht und sie den entsprechende Quellcode wieder selber für dritte zugänglich machen aber dennoch diese Technologien anbieten möchten, auf willkürlich vom Lizenzinhaber vorgefertigt eingeschränkte proprietäre Lösungen angewiesen sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies.: Dass zum einem die Firma Adobe meiner Wahrnehmung nach nicht gewillt ist, den Player für die Anzahl an freien Betriebssystem und deren Variationen individuell anzupassen und zum anderen die jeweiligen Projekte aufgrund des fehlen der frei zugänglichen Quellen es auch nicht möglich ist, dies selber zu tun um damit die Software zu optimieren.
Letztendlich muss man also doch sagen, dass mein 2 Gigahertz-Bolide – wenn man von einigermaßen aktuellen Spielen mal absieht – trotz seines Alter von ungefähr sechs Jahren längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Tagtägliche Aufgaben wie zum Beispiel die Nutzung des Internet, Text- sowie Büroarbeit, Multimediawiedergabe und hin und wieder mal der Bearbeitung von multimedialen Inhalten lassen sich mit der „richtigen“ Wahl der entsprechenden Software problemlos meistern. Aber ein sechs Jahre alter PC ist halt sechs Jahre alt und nicht mehr ’state of the art‘ und das Alter macht sich bei der Konstellation bestimmter Programme und Plattformen bemerkbar, die dieses durch entsprechendes Coding nicht kompensieren können. Aber mal ganz abgesehen, ist dieser Rechner für seine Leistung doch schon ganz schön groß, laut und schwer. Zum Glück nehme ich für Anfang des nächsten Jahres leichte Rauchzeichen am Computerhorizont wahr (Macworld Expo!).

Veröffentlicht unter Linux

DOSBox vs. DOS-EMU

Seit meinem Umstieg auf Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) macht das Spielen mit DOSBox auch nicht mehr so recht Spaß. Denn irgendwie lassen sich die Cursortasten nicht richtig ansprechen. Jeder Versuch das Tastenlayout im DOSBox eigenem Keymapper neu zu gestalten bringt keine Besserung. Der Keymapper interpretiert weiterhin die Pfeil-nach-links-Taste mit der Funktion der ‚Alt-Gr‘-Taste und diese wiederum mit der ‚Return‘-Taste. An der dem Tastaturlayout von Ubuntu und dem DOS-Treiber für eine deutsche Tastatur innerhalb von DOSBox liegt es auch nicht. Einzige Abhilfe, damit es nicht langweilig wird, schafft die Installation von DOS-EMU, auch wenn dieser Emulator durch das Fehlen einiger Features bei den Spielen nicht so rockt wie DOSBox. Ein solches Verhalten hat aber bisher auch noch niemand in einem Forum geschildert.
Damit man aber dennoch seine DOS-Programme benutzen kann, hier mal eine kleine Anleitung wie beide Emulatoren auf die selben Daten zugreifen können. In meinem Beispiel habe ich sämtliche Ordner, Programme und Daten, auf die ausschließlich beide Emulatoren zugegriffen werden soll, in ein eigenes Verzeichnis mit dem Namen DOS im ~/.dosbox -Verzeichnis gelegt. Dieses wiederum wird sowohl durch das entsprechende editieren der dosbox.conf unter DOSBox als und durch dem im Beispiel angegebenen Link im ~/.dosemu -Verzeichnis direkt in beiden Emulatoren als DOS-Laufwerk C: gemountet.

~$ cd .dosemu/drive_c
~$ cp autoexec.bat config.sys ~/.dosbox/DOS
~$ cd.. && mv drive_c drive_bak
~$ ln -s ~/.dosbox/DOS/ drive_c

Liferea sucks!

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Liferea ein richtiges Stück an scheiße Software geworden ist? Einmal gestartet muss man nämlich jede Minute damit rechnen dass das Programm sich die ganzen 100% CPU-Zeit einverleibt. Dann es zu beenden ist unmöglich, denn es frisst sich in dem Arbeitsspeicher fest und man muss den Prozess explizit über dem Prozess-Manager abwürgen. Aber als ob das nicht schon lästig genug ist. Seit Version 1.4.xx ist es nicht mehr möglich einen Artikel wieder als ungelesen zu markieren. Hat man nämlich mal einen Artikel (ausversehen) als gelesen markiert, obwohl man dies warum auch immer nicht tat, will man ihn nicht gleich als wichtig markieren, was bei stetigen hinzukommen neuer Artikel dazu führt dass man ihn schneller aus den Augen verliert. Ungelesene Artikel werden schließlich mit einer dicken Zahl hinter dem Abonnement-Name angezeigt. Und als ob das nicht auch noch schon schlimm genug währe. Das übelste an dem Programm ist, dass es bei einem Wechsel von einer aktuelleren Version auf eine nur etwas ältere nicht in der Lage ist, die Preferences zu übernehmen. Zum Beispiel bei einem Linux-Distributionswechsel. Folglich gehen also alle Abonnements mit allen alten und wichtig markierten Artikel verloren und man muss alles wieder händisch erneut konfigurieren. Dabei fing doch alles so toll an und Liferea war ein so schönes Programm.

Wenn Debian, dann Ubuntu

Vor nunmehr zwei Wochen habe ich das bestehende Debian Linux auf meinem Heimrechner durch ein aktuelles Ubuntu ersetzt. Der entscheidende Auslöser zu diesem Entschluss wahr, dass bei dem entfernen von Paketen, die ich mir testhalber zum Überprüfen der Kompatibilität des neuen iPod nano unter Linux installiert habe, durch Unachtsamkeit ein falsches Paket zum löschen markierte, wodurch ich mir die halbe Gnome-Umgebung zerschossen habe. Die einzig schnelle Art das System schnell ohne große Fummelei wieder vollständig zum laufen zu bringen, ist die Neuinstallation auf Basis des aktuellen Testing-Snapshot. Doch diese Herangehensweise entpuppte sich als sehr Fehlerhaft, da einige Programme ihren Dienst nicht mehr so zuverlässig verrichteten, wie sie es vorher bei Lenny taten. Ich nehme mal stark an, dass dies dadurch herzuleiten ist, weil das Debian-Projekt den Testing-Zweig von Lenny eingefroren hat, was bedeutet, dass man zwar Fehler in den verwendeten Pakete beseitigt, aber keine neueren Versionen mehr mit aufgenommen werden und dies dennoch wohl zu Komplikationen mit den Paketen der ISO-Images führt. So habe ich mal die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mir die aktuelle Version von Ubuntu aus dem Internet heruntergeladen und mal wirklich auf den Produktivrechner installiert. Und mir fallen da nur folgende Worte ein: „Wow! – Das läuft vielleicht was von fluffig!“ Denn obwohl es sich rein technisch auch um ein Debian-System handelt, besitzt es einige Stärken gegenüber seinem Vorbild, die wohl auf die nicht so strenge Einhaltung von quell offenen Paketen zurück zu führen ist. Als erstens und bei genauerer Betrachtung fällt die Unterstützung von Grafikkarten auf, die bei denen des Chipherstellers ATI besonders grausam ist und sogar bei der von mir verwendeten Radeon 9800 Pro es bei anderen Distributionen noch mal eine Spitze auf den Eisberg der Unzumtbarkeit setzt. Statt dessen bietet das Paket xorg-driver-fglrx eine saubere Erkennung der Grafikkarte als es unter anderen Systemen selbst mit einer Vielzahl von Tricks in den wenigen aussichtslosen Versuchen in der Vergangenheit auf Anhieb hin bekommen hätte. Ein großer Vorteil ist es nun, das ich endlich (vlt. mal wieder) in meiner Paketverwaltung einzelne Pakete der Gnome-Suite entfernen kann, ohne das man dabei das komplette Envoirement deinstallieren muss. – Dies war nämlich genau der Punkt, warum ich mir unter Debian die halbe grafische Oberfläche zerschossen habe. Denn Programme wie zum Beispiel die Standard Spielesammlung, die Bildschirmschoner oder einen VOIP-Client der jedes mal bei der Standartinstallation mit installiert werden, benötige ich nun wirklich nicht und kann von daher mir die Ressourcen auch sparen. Sehr zu meiner Überraschung ist es sogar möglich, Google Earth als vorgefertigtes Debian-Paket aus einer für jede Ubuntu-Version extra angepassten Paketquelle für unfreie Software im Bereich Multimedia und Unterhaltung zu installieren. Ein echt tolles Feature was man in den Nautilus Dateimanger eingebaut hat – und welches ich so noch nirgendwo in einem anderen Betriebssystem gesehen habe – ist, dass wenn man mit dem Mauszeiger auf eine Audiodatei fährt, an dem Symbol eine kleine Sprechblase mit einem weiteren kleinen Notensymbol erscheint und nach nur einem kurzen Augenblick die Audiodatei anfängt abzuspielen. Wenn man dann mit der Maus wieder von dem Symbol wegfährt stoppt die Wiedergabe wieder. Das ist extrem praktisch, wenn man in irgendwelche Titel rein- oder sie mal anhören möchte ohne sie dabei in eine Playliste laden zu müssen bzw. die bestehende damit auch noch zu zerstören oder der Audiostream im Realplayer nicht unterbrochen werden muss. Eine absolute Erlösung unter Ubuntu ist aber, das anstatt dem Paket flashplayer-mozilla unter Debian das Paket flashplayer-nonfree verwendet wird. Denn nach irgendeinem Distupgrde unter Lenny wurde von flashplayer-mozilla eine neue Version eingespielt, die unter den Gnome-Browsern Galeon und Epiphany nicht mehr performede und man gezwungen wahr, wenn man Flashinhalte recht flüssig darstellen wollte, auf den Firefox umzustellen. Für mich, der einen Webbrowser nutzen möchte, der sich in den Gnome-Desktop (optisch) integrieren soll, ist so was ziemlich doof.
Aber Ubuntu zeigt für mich auch einige Schwächen. Was ich nämlich sehr schade finde ist, das statt dem normal üblichen Gnome-Applet zum Beenden oder Herunterfahren des Computers ein eigenes und umfangreicheres eingesetzt wird, welches sehr groß durch die Mithinzunahme der Logout und Switch User Befehle ist. Es bietet keine Möglichkeit, die letzte Aktion als vorgewählt zu übernehmen und bei einer nicht-Bestätigung den Computer nach einem Zeitlimit automatisch diese erneut ausführen zu lassen. Für Benutzer einer Tastatur mit entsprechender Zusatztasten bedeutet dies wieder einen Mehraufwand an Interaktion durch das Drücker der Tabulator-Taste oder mit der Maus. Ein weiteres Problem stellt mal wieder der Feed-Aggregator Liferea dar. Wie bei einem voran gegangenem Artikel beschrieben ist er nicht in der Lage, die Einstellungen im Heimatverzeichnis einer neueren Programmversion in eine ältere zu übernehmen. Das schlimme dabei ist, das es sich im Gegensatz zu damals nur um einen Versionsunterschied mit Nummer hinter dem zweiten Komma handelt. Man muss dazu sagen, dass die noch aktuelle Version Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) eine ältere Version von Gnome und GTK verwendet als die zur Zeit eingefrorene Version bei Debian Lenny. Aber letztendlich wird dieses Problem bestimmt sehr bald dadurch gefixt sein, dass nämlich für Ende des Monats die Ubuntu-Version 8.10 (Intrepid Ibex) zur Veröffentlichung geplant ist.

GNU/Linux ist und bleibt ein Gefrickel

Vor allem dann, wenn man sich dem Katholizismus unter den Linux-Distri’s gibt. So dachte ich mir vor drei Wochen: „Ach, jetzt, da Du dir ja sowieso einen neuen Bildschirm zulegen musstest, kannst ja mal die Gelegenheit nutzen und dein Linux neu aufsetzen. Schließlich hat sich in den letzten Monaten durch durch das viele rumspielen und ausprobieren von neuen Programmen so einiges an Datenmüll auf der Root-Partition angesammelt.“ Also mal schnell die Installations-DVD in das Laufwerk geschmissen, Debian/Etch installieren und dann mit allen brauchbaren Programmen ein Dist-Upgrade auf Testing/Lenny durchgeführt. Mit einer 6 MBit DSL-Leitung geht das ohnehin schon viel schnellere Installieren und einrichten eines Desktop-System bei Linux im Gegensatz zu einem Windows $$ noch fixer. Das Grundsystem war dann auch wie erwartet binnen kurzer Zeit auf der Platte. Das Dist-Upgrade auf den Testingzweig von Debian lief dann doch nicht wie gewohnt in einem Rutsch im Single-User-Mode reibungslos von der Bühne. So hatte ich, bis zu dem Punkt, wo mir der apt-get dist-upgrade -Befehl keine Aktualisierungen mehr anbot, den Rechner bestimmt dreimal Rebooten müssen und apt-get in allen seinen Facetten und Varianten durch Exerzieren müssen. Aber über dieses Drama darf ich mich nicht beklagen, hatte ich doch noch eine Installtions-DVD mit dem Major-Release aus dem Frühjahr des vergangen Jahres, als das Debian-Debakel noch nicht heraus gekommen ist und ich so noch die alten korrupten PGP-Keys mit installiert habe, die ja nicht mehr funktionieren.

Den zweiten Schrecken bekam ich, als ich feststellen musste, dass mein RSS-Reader Liferea – trotz des gewohnten Update auf Debian-Testing – diesmal nicht mit aktualisiert wurde, wo er es sonst doch tut. Aber alle Quellen in der Source-List sind korrekt abgeändert worden, so dass es zu keiner Vermischung der Pakete und dessen Abhängigkeitsproblemen kommen konnte. Ein klärender Blick in die Packetliste auf der Projekt-Webseite ergab, dass die Maintainer einen Security-Downgrade beim Liferea in Lenny zurück auf die Etch-Version gemacht haben. Das ist schon Doof, wenn ausgerechnet der Liferea ab Version 1.4.xx einen anderen mit der Versionsnummer versehener Ordner für seine Preferences im Home-Verzeichnet erstellt und nicht den Unterordner der früheren Versionen weiter verwendet. So können nämlich beide Versionen nicht auf die selben Einstellungen und gespeicherten Feeds zurück greifen. Diese konnte ich zwar wieder zurück drüber retten. Blos, welche dieser noch als ungelesene oder als wichtig markierte im Archiv sind, fehlte gänzlich. Nach fast gut einer Woche haben die Debian-Leute den aktuelleren Liferea fertig gepatcht zurück ins Repository gesetzt. Ich vermute, wenn ich zu diesen Zeitpunkt mein Debain nicht mal wieder neu aufgesetzt hätte, währe mir der vorüber gehende Austausch der beiden Liferea-Versionen von den Debian-Leuten im Repository nicht aufgefallen. So mal man in der Packetliste einen Hinweis gemacht hat, dass man diese Maßnahme durchführte, um (womöglichen) schadhaften Code zu entfernen oder entfernen zu lassen. Ich meine, wer macht schon auf seinem Computer ein Downgrade, wenn er für seine Desktop-Multimedia-Anwendungen immer die aktuellsten Programmversionen einsetzen will!

Ein weiteres Manko, was mir mit dem Umstieg vom Debian Etch zu Lenny zum Haare raufen bringt. Ist, dass man den XMMS aus dem Repository für den Testingzweig völlig herausgenommen hat. Ich finde, das ist sehr sehr schade, weil der XMMS ein ordentlicher Media Player mit einem sehr schlanken Interface war, der vom Design-Konzept zurecht seine Wurzeln an dem großartigen Windows-Pendant hat. Stattdessen setzt man nur noch auf dessen Nachfolger, dem XMMS2, dessen Konzept nun auch von dem Client-Server-Modell Gebrauch macht. Über den Sinn und Unsinn dieses Konzeptes für einen einfachen Audio-Player wurde schon ausführlich in einem Thread in der linux.debian.user.german Newsgruppe gestritten, derer ich mich nur der Fraktion anschließen kann, die dem schlichten aber funktionalem Player ans Herz gewachsen ist. Ich will halt nicht für einen Audio-Player erst ein Studium über die Funktion eines Servers machen um letztendlich immer erst einen Deamon starten lassen zu müssen. An brauchbaren Clients für den XMMS2 gibt es zur Zeit auch kein allzu großes Angebot. Die wenigen, die es gibt, beschränken sich in ihrer Funktion lediglich auf Start und Stop. Für mich, der lediglich vor seinen Desktopsystem sitzt und nur ein paar MP3’s lokal abspielen will und die Musik nicht erst durch ein LAN streamen möchte, ist dieses Client-Server-Modell völlig fehl am Platz.

Die erste Zeit ohne den guten alten XMMS konnte ich ganz gut mit Player Aqualung überbrücken, der sich auch an das selbe (optische) Design hält aber dennoch ein paar kleinere Schwächen für meine Begriffe. Dank der Newsgroup-Diskussion bin auch ich auf Audacious aufmerksam geworden, der mir aber dank Debian nach der Installation einen Strich durch die Rechnung machte. Dieser Player lies sich partout nicht zum starten bringen. Einige der Fehlermeldung wurden nach einer Weile Überwunden, aber dass System verweigerte weiterhin die Ausführung des Programmbinary. In Foren wird zufälligerweise auch von Lenny-Usern berichtet, dass sie die selben Probleme besaßen und das es Differenzen in den Versionsnummern in den Paketabhängigkeiten gibt. Tatsache! Die Pakete audacious-plugins und audacious-plugins-extra waren mit der Versionsnummer 1.5.1 beide neuer als das Paket audacious mit der Version 1.2.x. Soviel also zum Thema des Bleiben Lassens bei der Durchmischung von Programmpaketen und dem daraus resultierendem Brechen von Abhängigkeiten. Als Lösung wird im Internet vorgeschlagen, man solle sich doch vom Server das entsprechende .deb Paket in der richtigen Version manuell herunterladen und dpkg -i selber installieren. Also wieder: Gesagt, getan. Aber noch immer lässt sich Audacious nicht starten. Offenbar fehlt wohl eine playlist.xmpl im ~/.config/audcious Verzeichnis, die nach einer erneuten Recherche nur benötigt wird, um grafische Streamingplayer in Websites ein zu bauen und konfigurieren. Irgendwie hat mich das dann so tierisch genervt, dass ich das erst einmal links liegen lassen hab und zu faul war, mal im Usenet nach zu fragen. Nachdem ich am letzten Sonntag als letzte Instanz mit Wine dann das Original – nämlich den WinAmp in der Version 2.95 – in Linux installiert habe, trudelten vor zwei Tagen mit dem regelmäßigem Dist-Upgrade urplötzlich offiziell nochmal die richtigen aktuellen Pakete auf den Rechner ein. Und siehe da – endlich funktioniert Audacious wie aus heiterem Himmel. Und was soll man sagen? Audacious ist der ehrwürdiger Nachfolger vom XMMS.

In dem ganzen Kontext muss ich gerade mal auf einen Artikel in der freeX-Ausgabe 1 von diesem Jahr eingehen. Dort wird auf einen Community-Rechner der Firma Mindfactory eingegangen, der es sich zum Ziel gemacht hatte, einen modernen Desktop-PC komplett auf Basis eines GNU/Linux-System zum Erstellen und Bearbeiten multimedialer Inhalte und 3D-Animationen, wie sie für Computerspiele benötigt werden, zu bieten. Das hat er auch laut Artikel geschafft. Nur für den rein ambitionierten User der 3D-Kontent erstellen möchte oder an semiproffesionellem Videoschnitt interessiert ist, ist dieser Rechner nichts. Hier erfordert es schon einen absoluten Linuxfreak, denn es werden bewusst Debian-Pakete sowohl aus dem aktuellen Stablezweig als auch welche aus den Bereichen unstable oder gar experimentell genommen. Spätestens nach einem größerem Dist-Upgrade wird man meiner Meinung nach arge Probleme mit der Konsistenz der Abhängigkeiten des installierten Systems haben. Diejenigen, die sich für solche kreative Aufgaben sich für solch eine Gerät entscheiden, müssen schon Open-Source-Fundamentalisten sein. Andere möge man dann doch lieber weiterhin an die Produkte für die Apple- oder Windowsplattform verweisen.