Der Schriftgießer von Leipzig | Der letzte seines Standes

Im Rahmen der Doku-Fernsehreihe „Der letzte seines Standes?“ wurde durch den Regisseur Rüdiger Lorenz im Jahr 1993 in der sechsten Folge der Handwerksberuf des Schriftgießers vorgestellt. Mir persönlich hat ein Text gefallen, der geteilt zum Anfang der Reportage, sowie am Ende dieser auf einem Computermonitor dargestellt wird. Er lautet:

Die Buchstaben haben begonnen, sich von ihrer dritten Dimension zu lösen. Das Leuchten des Kathodenstrahles projiziert immer neue Schrift- und Bildwelten auf Monitore und Bildschirme. Gutenbergs Werk, eine bereits museale Epoche? Oder Ausgangspunkt, an dem sich die Technologien unserer Tage noch zu messen haben? Heute am Ende des 20. Jahrhunderts, scheint Gutenberg den Anschluß verpaßt zu haben. Im Zeitalter uneingeschränkter Kommunikation und eines beispiellosen Verbrauchs an Schrift, beginnt sich, fast unbemerkt, die Typographie aus ihrer angestammten Rolle täglicher Präsenz zurückzuziehen. Immer häufiger treten an die Stelle menschlicher Kreativität computerunterstützte Automatikfunktionen.

Der letzte seines Standes? – Folge 6
Regie Rüdiger lorenz / © 1993

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Das 3-Akt Paradigma nach Syd Field im Film

Am 20. November 2019 hatte die ‚Der Tag‘-Redaktion von HR2 anlässlich des Kinostarts von Disneys ‚Die Eiskönigin 2‘ mal heraus gearbeitet, was der Kern eines Standardfilms ist. Dabei beziehen sie sich auf das sogenannte 3-Akt Paradigma nach dem US-amerikanischen Sachbuchautor Syd Field.:

So ein Standardfilm nach der Standarddramaturgie ist eine Psychotherapie für die Hauptfigur in 90 Minuten, die immer funktioniert. Also das, was wir unserem Leben nicht hinbekommen, dass wir unsere größten Ängste überwinden oder sowas, von der Hauptfigur verlangen wir das immer.

HR2 Der Tag, 20.11.2019

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