LEGO Train at HQ at Christmas time

Weihnachten steht sehr oft auch für Kinder, Geschenke und Spielzeug, und ein Klassiker ist dabei die Spielzeugeisenbahn. Ein Mitglied des CCC-FFMs hatte mal die Feiertage genutzt, die Spielzeugeisenbahn aus Klemmbausteinen vom Sohn im Hackquarter von diesem auch aufbauen zu lassen. Deswegen hatte ich mir am vergangenen Donnerstag mal nicht die Gelegenheit nehmen lassen, und habe eine Führerstandsmitfahrt vorgenommen, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden. Hier (auf YouTube) nun das Resultat.:

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Licht am anderen Ende des Tunnels

Was ich ja an Frankfurt am Main am meisten schätze, ist ja der sehr gut ausgebaute öffentliche Personennahverkehr. Oft liegen die Haltestellen der Tram-, Bus- oder U-Bahnlinien nicht weit voneinander entfernt. Und gerade in einem Fall liegen zwei Haltestellen einer U-Bahn-Strecke derart nah bei einander, dass die Redewendung vom „Licht am anderen Ende des Tunnels“ auch wörtlich zu nehmen ist, denn das Licht stammt von der Beleuchtung des vorherigen Tiefbahnhofs. Um noch etwas genauer zu werden, ist es der Tiefbahnhof Bornheim Mitte, der vom Tiefbahnhof Höhenstraße der Linie U4 aus Richtung Enkheim zu sehen ist. Allerdings muss man berechtigterweise einwenden, dass es nicht einfach reicht, dass die Distanz zwischen den beiden Tiefbahnhöfen entsprechend kurz ist, damit der jeweils gegenüberliegenden optisch zu erkennen ist. Die Tunnelstrecke zwischen den beiden Tiefbahnhöfen darf auch keine Kurve enthalten und es darf kein Höhenniveauunterschied vorhanden sein. Diese weiteren beiden Voraussetzungen sind aber zum Glück zwischen den beiden Tiefbahnhöfen Höhenstraße und Bornheim Mitte gegeben, so dass eben der direkte Blick von einem Tunnelende zum anderen schließlich gegeben ist.

Tunnel zwischen Höhenstraße und Bornheim Mitte
U-Bahn-Tiefbahnhof Ffm Bornheim Mitte von Tiefbahnhof Höhenstraße
Tunnel zwischen Höhenstraße und Bornheim Mitte (Zoom)
U-Bahn-Tiefbahnhof Ffm Bornheim Mitte von Tiefbahnhof Höhenstraße (Zoom)

In diesem Zug kann ich mich an die Sommerferien im Jahr 2018 erinnern. In Diesen wurde der gesamte untertunnelte S-Bahn-Verkehr im „City-Tunnel“ zwischen dem Frankfurter S-Bahn-Tiefbahnhof unter dem Frankfurter Hauptbahnhof und dem Bahnhof Frankfurt Süd sowie Offenbach eingestellt, um dort die Tunnel, beziehungsweise die Gleisanlagen zu sanieren. Damit die Bauarbeiter in den Tunneln zwischen den Tiefbahnhöfen für ihre Arbeit auch etwas sehen können, habe zu mindestens ich es zum ersten Mal erlebt, dass die Beleuchtung in den Tunneln auch eingeschaltet war. Einblicke, die während des normalen Zugverkehrs sonst verwehrt bleiben.

S-Bahn Tiefbahnhof
Blick in Tunnel vom S-Bahn-Tiefbahnhof Frankfurt Hauptbahnhof Richtung Taunusanlage

Links:

Untergang der Titanic

Irgendwann im Spätsommer des letzten Jahres habe ich mit meinem kleinen DVB-T-/DVB-C-USB-Stick gegen Nachmittag das Programm der ARD laufen lassen. Dabei lief die seit mehreren Jahren für die ARD produzierte Dokumentationsserie „Verrückt nach Meer“. Ich bin ehrlich, denn dieses Programmformat ist absolut unterhalb meines Anspruchs an den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, doch ich wollte etwas Geräuschberieselung im Hintergrund, während ich am Computer saß.

Irgendwann habe ich währenddessen akkustich mitbekommen, dass der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes – ich weiß aber leider nicht mehr, wie er hieß und auf welchem Schiff er der oberste Kommandant war – in einem kleinen Interview darüber berichtet hatte, dass er auf einer Kreuzfahrtreise von Europa nach New York mitten auf dem Atlantik südöstlich von Neufundland das Schiff plötzlich zum Stehen gebracht habe. Er erzählte, dass er direkt nach diesem „Manöver“ von einigen Gästen angesprochen wurde, da diese das sofort bemerkten und eher Sorge hatten, dass etwas passiert sei, was die entspannte Überfahrt an die USA-Ostküste behindere. Der Kapitän beruhigte erstmal und sprach, dass er recht bald eine Durchsage auf dem gesamten Schiff über den Grund des unerwarteten Halts auf hoher See an Crew und Passagiere machen werde.
Es stellte sich nämlich heraus, dass es sich um die nautische Position im Nordatlantik handelte, an der die durch ihren Untergang berühmt gewordene Titanic am 14. April 1912 nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg der Arktis auf ihrer Jungfernfahrt sank. Dabei wurde die Titanic als Transatlantik-Liner schon während der Planungs- und Bauphase als das größte und unsinkbare Schiff seiner Zeit betitelt.
Der Kapitän in der Fernseh-Dokumentation beabsichtigte mit dem Stopp mitten auf dem Atlantik, und derselben Schifffahrts-Route auf der Kreuzfahrt, die ausschließlich zum Vergnügen, Erholung und Urlaub gedacht ist, eine kurze Andacht, für die Menschen, die bei dieser Katastrophe ihr Leben verloren und mit der Titanic in den kalten Atlantik versanken.

Es ist wichtig sich klar zu machen, dass das Unglück der Titanic zu einer Zeit stattfand, als es noch keinen Reiseflugverkehr gab. Es fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wettbewerb um das Blaue Band statt, welches der Reederei immer wieder neu zugesprochen wurde, welche einen neuen Rekord für die schnellere Überfahrt zwischen Europa und den USA gelang. Damals dienten die Schiffsreisen zwischen den Kontinenten eher selten als Vergnügen. Für viele Menschen war die Schiffsreise sowohl Hoffnung und die Möglichkeit, aus Europa in die noch neue Welt Nordamerikas zu immigrieren, in der Hoffnung, ein besseres Leben sich dort aufbauen zu können und den prekären Zuständen Europas zu fliehen.
Nach der Andacht nahm der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs die Fahrt wieder auf.

Mich hat diese Anekdote berührt, weil ich als Kreuzfahrturlauber mit so einem Manöver auf hoher See auch absolut nicht gerechnet hätte. Dennoch war der Untergang der Titanic als Katastrophe ein wichtiges Ereignis. So wurden im Seerecht Änderungen auf den Weg gebracht, die es verhindern sollen, dass sich Katastrophen wie die des Untergangs der Titanic nicht wiederholen sollen.
Was ich allerdings sehr grenzwertig empfinde, ist, dass im Nachmittagsprogramm der Kreuzfahrttourismus völlig unreflektiert und nur einseitig positiv als Unterhaltung thematisiert wird. Es ist inzwischen klar, diese Form des Tourismus ökonomisch und ökologisch für weitreichende Schäden verantwortlich ist.

Links:
Verrückt nach Meer (Wikipedia)
RMS Titanic (Wikipedia)

Der Fall der Berliner Mauer

Ich mache mir normalerweise nichts aus Jubiläumstagen irgendwelcher zeitgeschichtlichen Ereignisse, aber vor etwa einem halben Jahr habe ich mir im Fernsehen die zum 25. Jahrestag des Mauerfalls der DDR-Grenzen produzierte Tragikomödie „Bornholmer Straße“ angesehen. Der Film an sich ist relativ durchschnittlich, eine Mischung aus zeitgeschichtlicher Historie gepaart mit ein wenig Situationskomik und DDR-Klamauk im Stil von ‚Sonnenallee‘ oder ‚Helden wie Wir‘. Letztendlich hat der Film etwas ganz anderes in mir ausgelöst. Er hat mich nämlich an dem Wochenendtrip von ein paar Freunden und mir nach Berlin zur ‚Freiheit statt Angst‘- Demonstration im August 2014 erinnert.:

Wir erreichten gemeinsam die Eigentumswohnung von Wonkos Mutter gegen Mitternacht vom Freitag auf Samstag in Berlin. Nachdem wir unser Gepäck in die Zimmer abgelegt hatten, bat uns Wonko noch einmal zurück in den Flur, um uns die Innenseite der Wohnungstür anzuschauen. An ihr war ein verglaster Bilderrahmen mir der Titelseite der ‚Berliner Zeitung‘ vom 10. November 1989 angebracht. Für mich war dies ein sehr epischer Moment mit dem Gefühl von etwas Ehrfurcht, weil dort ein Stück Zeitgeschichte konserviert ist.
Ich ärgere mich gerade, dass ich damals mit meinem Smartphone kein Foto von der gerahmten Zeitung geschossen habe. Ich denke, dass bis auf einige Archive, die inzwischen fast 30 Jahre alte Ausgabe der BZ in den meisten Fällen ihren Weg zum Altpapier gegangen sind und allenfals wieder für neue Nachrichten und Storries recycelt wurden.

Aber es ist wichtig zu wissen, dass der 09. November nicht nur das Datum über das freudige Ereignis der Grenzöffnung zwischen der alten Bundesrepublik und DDR 1989 ist, sondern dass die Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 als Reichspogromnacht in die dunkle Geschichte Deutschlands eingegangen ist. Dabei wurden vom 07. bis 13. November etwa 800 Juden ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

Links:
Die Berliner Mauer
Bornholm Straße (dt. Spielfilm 2014)
Freiheit statt Angst
Sonnenallee (Film, Wikipedia)
Helden wie wir (Film, Wikipedia)
Novemberpogrome 1938 (Wikipedia)

Züge durch die Dunkelheit

Die Frankfurter S-Bahn fährt einschließlich der Haltestellen „Frankfurter Hauptbahnhof“ und „Frankfurt-Mühlberg“ unterirdisch durch die Innenstadt. Da es in den letzten Wochen wieder einen bereits sehr sonnigen Herbstanfang gab, sehen die Triebwagenführer der S-Bahn davon ab oberirdisch immer die Innenbeleuchtung der Züge einzuschalten. Spätestens wenn der Zug in den Tunnel einfährt, ist das Licht im Fahrgastbereich aber immer eingeschaltet.

Als ich nun gestern Mittag mit der S-Bahn aus den westlich gelegenen Stadtteilen zum Hauptbahnhof gefahren bin, vergaß der Zugführer das Licht für den Fahrgastraum rechtzeitig vor Einfahrt in den Tunnel einzuschalten. Plötzlich war alles dunkel. Einerseites ein wenig zu meinem Erstaunen, aber auch zum Glück löste dieser Umstand keine Verwunderung unter den Fahrgästen aus. Von ein bis zwei Fahrgästen, die die ganze Zeit mit ihren Smartphones beschäftigt waren, wurden nur ihre Gesichter durch das Licht ihrer Geräte weiß-hell erleuchtet. Sonst war alles schwarz. Doch leider schaltete der Zugführer noch vor erreichen des Tiefbahnhofs das Licht des Fahrgastraums nach einigen Augenblicken dann ein. Ich hätte mir nämlich gewünscht, dass dieser Zustand während meiner gesamten Fahrt noch anhielt.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich diesen Zustand der völligen Dunkelheit bei einer Zugfahrt durch einen Tunnel vor ungefähr 28 Jahren zuletzt erlebt. Damals hatten wir als Familie noch kein eigenes Auto besessen, so dass wir zu DDR-Zeiten und auch noch bis zur Anschaffung eines eigenen Fahrzeuges kurz nach der Deutschen Wiederveineigung, von uns zu Hause in Erfurt zu den Großeltern in Suhl immer noch mit dem Zug fahren mussten. Auf der Bahnstrecke zwischen Erfurt und der im Mittelgebirge Thüringer Wald gelegene Stadt Suhl musste der Zug immer drei Tunnel passieren. Das Zugpersonal hatte zumindestens auf dieser Verbindung nie den Service-Anspruch besessen, tagsüber für die Tunnelpassagen das Licht in den Personenwaggons einzuschalten. Das Licht wurde in den Abteilen nur mit Sonnenuntergang bei den Fahrten nachts eingeschaltet.

Dieses Erlebnis gestern in der S-Bahn verdeutlichte mir nur zu sehr, wie sehr wir als westliche Industrienation es inzwischen gewohnt sind, zumindestens in den Städten, und dort auch zu jeder Tageszeit alles beleuchtet zu sehen. Kaum eine Innenstadt oder historisches Denkmal oder Gebäude, welches durch entsprechende Strahler auch nach Mitternacht nicht in Szene gesetzt ist. Gefühlt habe ich in den fast letzten 17 Jahren auch keinen Sromausfall mehr erlebt, der einen Straßenzug oder ein ganzes Viertel lahm legte. Die Gewohnheit an der großen, permanent und lückelos zur Verfügung gestellten Menge Strom und der nächtlichen Beleuchtung und Präsentation der Innenstädte sorgt schließlich auch für eine enorme Lichtverschnmutzung der Umwelt.

Veröffentlicht unter Reisen