Kurzeinstieg zum ed-Editor

Nachdem ich vor ungefähr 11 bis 12 Jahren begann, mich mit der Bedienung des Texteditors vi für BSD-Unix und Linux anzufreunden, ist dieser auf einer Shell inzwischen auch für mich der Texteditor erster Wahl. Im Kontext einer Linux User Group hatte ich bereits damals mitbekommen, dass dieser Texteditor – sowie dessen weiterentwickelter Nachfolger vim – bei durchaus langjährigen Linux-Anwendern beziehungsweise -Administartoren sehr geschätzt wird, während Neulinge durch das ungewohnte Bedienungskonzept eher erst einmal irritiert und verschreckt reagieren und ihn dann mit Unverständnis begegnen.
Es ist durchaus interessant zu wissen, dass der vi zu einer Zeit entwickelt wurde, in der Computererminals mit einer Tastatur ausgestattet waren, die im Umfang an verfügbaren Tasten noch Schreibmachinen glichen und es eben noch keine Cursor-Tasten gab, um im Text zeilen- und spaltenweise den Cursor zu navigieren. Er arbeitet stattdessen kontextbasiert. Mit einem Befehlsmodus, einem Einfügemodus, bei dem der Text direkt bearbeitet werden kann, sowie dem Kommandozeilenmodus.

Zur Zeit beschäftige ich mich zunehmend mal mit Unix-Versionen, die inzwischen einen historischen Status genießen. Bei diesen ist zum einen vermutlich aus Speicherplatzgründen des Installationsmediums, und in einem anderen Fall auf Grund des enormen Alters der Unix-Version, kein vi vorhanden und stattdessen als einziger Texteditor der ed verfügbar.

Bei dem ed handelt es sich auch wie beim vi um einen kontextbasierten Texteditor. Allerdings arbeitet Dieser nicht Seitenbasiert mit den Text-Dateien, sondern nur zeilenorientiert. Das liegt daran, dass er natürlich älter als der vi ist, und zu einer Zeit Anfang der 1970er Jahre von Ken Thompson mit Unix mit entwickelt wurde, als die Programmierer die Computer noch mit einem Fernschreiber als Ein- und Ausgabegerät bedienten und noch keine elektrischen Bildschirmterminals zur Verfügung standen, die Dateien seitenweise ausgeben konnten.

Vor vielen Jahren bin ich dann beim Durchstöbern des Internets auf eine ISO-Datei gestoßen, die für einen normalen PC bootfähig ist und einen etwa 10 Megabyte großen Emulator zur Ausführung des ‚Unix Time-Sharing System Seventh Edition (V7)‘ vom Januar 1979 beinhaltet. Bei dem Emulator habe ich dann damals recht schnell wieder das Handtuch geworfen, weil ich trotz meiner bereits bestenenden Erfahrung hinsichtlich der Bedienung des vi’s zusätzlich nur mit der zeilenweisen Ausgabe einer Textdatei nicht zurecht kam.

Vor ein paar Tagen habe ich schließlich noch einmal einen Versuch erfolgreich gestartet und mich mit den wichtigsten Befehlen – beziehungsweise dessen Kommandozeilenmodus vertraut gemacht. Als Einstieg hat mir dabei auch der Beitrag „Eine Anleitung für Anfänger zur Verwendung des ed Editor unter Linux“ des Blog’s HowtoForge geholfen.

Die wichtigsten Kommandos und Befehle habe ich mir auch noch einmal zusätzlich in eine eigen kleine Tabelle ins Wiki gestellt.
Link: – Kurzübersicht ed Editorkommandos (eigenes Wiki)

Weitere Links:
Ersterfahrungen mit NetBSD (Blog-Artikel vom 25. Oktober 2008)
Texteditor vi (dt. Wikipedia)
Texteditor vim (dt. Wikipedia)
Texteditor ed (dt. Wikipedia)
Eine Anleitung für Anfänger zur Verwendung des ed Editor unter Linux (HowtoForge)

Tastatur-Layouts unter dem X Window System

Gestern Abend habe ich mal wieder meine BSD-Grundkenntnisse mit dem aktuellen Release von NetBSD aufgefrischt. Für die Einstellung des verwendeten Tastatur-Layouts bin ich bei meiner Internetrecherche auf die Manpage des OpenBSD-Befehls xkeyboard-config gestoßen. Wobei eine Auflistung der am meisten gebräuchlichsten Tastatur-Modellen und -Layouts für die Sprache eigentlich in jedem Betriebssystem und Anwendungsprogramm zur Bearbeitung von Texten enthalten ist. Aber in keinem Dokument habe ich sie so übersichtlich veranschaulicht gesehen. – Meine Güte, es gibt – oder es gab zumindest mal – ein ‚Yahoo Internet Keyboard‚?

Mehr noch: Neben Tastatur-Typ und -Layout gibt es noch Möglichkeiten zur Konfiguration für einen Wechsel zwischen unterschiedlichen Sprach-Layouts mit bestimmten Tastenkombinationen, der Konfiguration über das Verhalten der Windows-Taste, oder der Kompatibilität zu dem Tasten-Code von Sun’s alten Solaris-Betriebssystem.

Es gibt in der Konfiguration von Spracheinstellungen, sowie Zeichensätzen, bei Betriebssystemen und Anwendungen so einige tiefe Fässer, in die ich nicht gerne hineinschaue, weil man für den korrekten Betrieb einiges Beachten muss. Aber diese Manpage von OpenBSD hat zumindest mir etwas Licht in das Dickicht zu den Einstellungsmöglichkeiten einer Tastatur gebracht.

Links:
Guide Konfiguration X Window System unter NetBSD
Manpage setxkbmap NetBSD
Guter tabellarische Übersicht der Tastaturlayouts in OpenBSD

Ich habe die tabellarische Übersicht der OpenBSD-Version zusätzlich mal in mein Wiki eingepflegt.:
https://sommteck.net/wiki/doku.php?id=openbsd:manpage_xkeyboard-config

Mittels Nullmodem auf eine Alix mit OpenBSD

Ich habe mir ja vor einer Ewigkeit diesen hübschen Embeddded-Computer zugelegt. Gegenüber damals bin ich aber irgendwann von Net- auf OpenBSD umgestiegen. Weil ich aber inzwischen der Auffassung bin, möglichst wenig Ballast anzusammeln und herum zuschleppen, habe ich mich weitestgehend von unnötiger Peripherie-Hardware wie Ein- und Ausgabegeräte und anderem Zeug getrennt. Nun betreibe ich diese Box in einer Umgebung, wo es weder Monitor oder Tastatur gibt. Da sie aber noch über eine hinausgeführte serielle RS-232-Schnittstelle verfügt, sollte man den Kram eigentlich auch nicht benötigen. Wenn der Rechner gerade aus Gründen nicht über ein Netzwerk erreichbar ist, so hat man dennoch die Möglichkeit via USB-Seriell-Adapter und Nullmodemkabel sich auf dem Gerät einzuloggen. Folgende Einstellungen müssen Betriebssystemseitig unter OpenBSD gemacht werden.

In der Datei /etc/ttys die Zeile:

tty00   "/usr/libexec/getty std.9600"   unknown off

nach

tty00   "/usr/libexec/getty std.9600"   vt220   on  secure

abändern.

Die Datei /etc/boot.conf erstellen oder bearbeiten und folgende Zeile hinzufügen:

set tty com0

Damit wird auch der Boot-Prozess über die serielle Leitung übertragen. Leider funktioniert das bei mir noch nicht, weil die Boot-Loader Input-/Output-Fehler wirft, denen ich bisher nicht auf den Grund gekommen bin.

Was ich aber ziemlich advanced finde, dass selbst die Initialisierung der Hardware und auch der Zugriff auf das BIOS-Setup über die Serielle Konsole erfolgen kann. Dafür muss lediglich im „BIOS Advanced Features“-Menü die Option „Console Redirection“ auf Enabled gestellt werden. Die Baudrate sollte natürlich identisch mit der des Betriebssystems und dem Terminal-Emulators sein.

Serial-Boot_BIOS_0

Serial-Boot_BIOS_1

Serial-Boot_BIOS_2

Serial-Boot_BIOS_3

Anders als hier aufgeführt, kann man die Baudrate natürlich auch bis auf 115200 Baud herauf setzen, da auf Dauer die 9600 sehr langsam erscheinen – auch wenn es einen gewissen Nerd-Faktor und fast einen meditativen Charakter besitzt, dem Bildschirm beim zeilenweisen Aufbau zu zusehen.

Ob das Ganze auch mit den moderneren UEFI’s geht, weiß ich jetzt nicht. Cool wäre es!

Quelle im OpenBSD FAQ:
http://www.openbsd.org/faq/faq7.html#SerCon

SIGINFO

Durch eine der letzten FreakShow-Podcastfolgen bin ich auf ein tolles Feature hingewiesen worden. Wenn sich im Terminal ein laufender Prozess befindet, so kann man durch Drücken der Tastaturkombination <Ctrl> + <T> eine Abfrage an diesen sich seinen aktuellen Status anzeigen lassen.
Ursprünglich unter DEC’s VMS implementiert, wurde diese Funktion später in den Terminaltreiber von 4.3BSD übernommen.
Wie in dem folgendem Screenshot zu sehen, besitzt das Unix-Programm dd für SIGINFO sogar einen eigenen Handler.

dd mit SIGINFO

dd mit SIGINFO

Leider gibt es die Funktion nur auf allen BSD-Systemen, bzw. deren Derivaten wie OpenBSD und Mac OS X, aber nicht unter Linux.

Anleitung zum Erstellen eines bootbaren USB-Stick als Installationsmedium unter OpenBSD – Teil 2

Vor etwas geraumer Zeit hatte ich hier ein HowTo erstellt, welches beschreibt wie man einen bootfähigen USB-Stick als Installationsmedium für OpenBSD erstellt. Seit Version 5.6 werden vom Projekt neben dem ISO-Image für die CD auch eine install56.fs zum Download angeboten. Es reicht lediglich, die Datei mit dd auf den USB-Stick hinüber zu kopieren.

dd if=install56.fs of=/dev/sd0

Im Beispiel ist die Laufwerkskennung des Sticks von OpenBSD mit sda angegeben. Je nach Betriebsssystem kann diese auch anders sein.
Statt der 56 im Dateinamen kann auch eine andere Kennung für die jeweilige Version stehen. Zum Beispiel install58.fs für die aktuelle Version 5.8.