SpaceX – Start zur ISS

Seit fast zweieinhalb Jahren vollziehe ich nun das Experiment, dass ich bei mir zu Hause keinen Festnetz-Internetanschluss mehr habe. Der Grund dafür ist, dass ich in den knapp drei Jahren zuvor nur sehr wenige Wochen in Frankfurt zu Hause wahr und den Rest des Jahres im Raum Regensburg verbrachte. Also hatte ich dann auch zeitnah meinen 100 MBit Unitymedia-Kabelvertrag gekündigt gehabt. Für was brauche ich also einen Internetvertrag, der seinerzeit schon langsam überteuert war und sich automatisch jährlich wieder für ein weiteres Jahr verlängerte, aber ich dennoch wegen meiner anhaltenden Abwesenheit nicht nutzen konnte. Über meinen Mobilfunkvertrag habe ich derzeit einen Tarif mit 7 Gigabyte ungedrosseltem Datenvolumen im Monat. Das reicht auch für E-Mail, Online-Banking, ein wenig im Internet surfen und den Download der wichtigsten Podcasts.

Nun ich kann mich gut erinnern, dass ich vor so ziemlich genau 9 Jahren die Starts der beiden letzten Space Shuttle Missionen über den Internet-Livestream der NASA auf Grund meiner Schichtarbeitszeiten in Echtzeit mitverfolgen konnte. Der Start eines Space Shuttles mit seinen Astronauten war nicht mehr nur ein 20 sekundenlanger Kurzbeitrag in den Nachrichten der 20:00 Uhr Tagesschau, sondern die Teilnahme in Echtzeit dank des Internets, mit zweistündigem Countdown voran gehend und durch die Wiederholung des Startgeschehens aus allen erdenklichen Kameraperspektiven neu zu Erfahren.
Am 8. Juli 2011 starteten mit dem Space Shuttle Atlantis zum letzten Mal NASA-Astronauten mit der bemannten Raumfahrtmission STS-135 aus den Vereinigten Staaten aus in den Erdorbit. Das Raumfahrtprogramm mit den Space Shuttle wurde nach der Landung der Atlantis nach 30 Jahren und zwei verlorenen Orbitern eingestellt. NASA-Astronauten wurden ab danach nur noch mit den russischen Sojus-Raketen zur internationalen Raumstation und wieder zurück zur Erde gebracht. – Bis gestern!
In den mehr als zehn vergangenen Jahren wurde mit dem privatwirtschaftlichen US-Raumfahrtunternehmen SpaceX ein neueres und moderneres Raumfahrtprojekt aufgebaut, dass am vergangenen Mittwoch zum ersten mal auch mit NASA-Astronauten zu einer bemannte Mission zur ISS aufbrechen sollte. Ganz klar dass die NASA über ihre Webseite wieder einen Internet-Livestream für den Start der Rakete geschalten hatte. Nur leider hätte ich durch das Fehlen eines gescheiteren Internetanschlusses als den über meines Mobilfunks dem Raketenstart nicht beiwohnen können. Da einerseits der Countdown zum Raketenstart am 27. Mai auf Grund des schlechten Wetters über Florida abgebrochen wurde musste und der neue Starttermin auf gestern Abend mitteleuropäischer Zeit terminiert wurde, sowie auch nach neun Jahren Abhängigkeit der USA für bemannte Missionen durch die russische Raumfahrtagentur angewiesen war, wurde dem Startereignis auf dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Phoenix einem anderthalb stundenlanger Sendebeitrag mit Liveberichterstattung gewidmet. Denn zum ersten Mal sind die NASA-Astronauten wieder vom Kennedy Space Center in Florida, USA aus wieder in den Weltraum gestartet. – Das war dann für mich Glück und ich habe fürs Erste das Verfolgen dieses Ereignisses keinen Internetanschluss benötigt. Ich bin aber gespannt, ob ich mir aus diversen Gründen als nur der NASA-Live-Berichterstattung wie gestern, doch wieder bald einen Festnetzinternetanschluss buchen werde.
Es wurde gestern bei Phoenix darauf hingewiesen dass der Sender auch das Andockmanöver des Falcon Dragon-Raumschiffes an die ISS mit einer Live-Berichterstattung mitverfolgen will.

… Ich bin gespannt!

Update 14. Juni 2020 18:46 Uhr

ISS-Docking-Simulator:
Ein ehemaliger Dozent aus meiner Zeit in Regensburg hatte in seinem Blog „Regensburger Tagebuch“ darauf hingewießen, dass die NASA einen 3D-Modell-Simulator zum Üben des Andockmanövers zur Verfügung stellt.

– ISS-Docking-Simulator: https://iss-sim.spacex.com/

ISS-Simulator:
Ferner wieß er noch auf ein interaktives 3D-Modell der Internationalen Raumstation hin. Bei diesem ISS-Simulator läuft dabei auch in Echtzeit der Erdglobus im Hintergrund mit.

– ISS-Simulator: https://www.heavens-above.com/ISS_3D.aspx

Links:
Space Shuttle (dt. Wikipedia)
STS-135 (dt. Wikipedia)
Sojus Raumschiff (dt. Wikipedia)
Kennedy Space Center (dt. Wikipedia)
SpaceX (dt. Wikipedia)
SpX-DM2 (dt. Wikipedia)
Blog: Regensburger Tagebuch

Untergang der Titanic

Irgendwann im Spätsommer des letzten Jahres habe ich mit meinem kleinen DVB-T-/DVB-C-USB-Stick gegen Nachmittag das Programm der ARD laufen lassen. Dabei lief die seit mehreren Jahren für die ARD produzierte Dokumentationsserie „Verrückt nach Meer“. Ich bin ehrlich, denn dieses Programmformat ist absolut unterhalb meines Anspruchs an den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, doch ich wollte etwas Geräuschberieselung im Hintergrund, während ich am Computer saß.

Irgendwann habe ich währenddessen akkustich mitbekommen, dass der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes – ich weiß aber leider nicht mehr, wie er hieß und auf welchem Schiff er der oberste Kommandant war – in einem kleinen Interview darüber berichtet hatte, dass er auf einer Kreuzfahrtreise von Europa nach New York mitten auf dem Atlantik südöstlich von Neufundland das Schiff plötzlich zum Stehen gebracht habe. Er erzählte, dass er direkt nach diesem „Manöver“ von einigen Gästen angesprochen wurde, da diese das sofort bemerkten und eher Sorge hatten, dass etwas passiert sei, was die entspannte Überfahrt an die USA-Ostküste behindere. Der Kapitän beruhigte erstmal und sprach, dass er recht bald eine Durchsage auf dem gesamten Schiff über den Grund des unerwarteten Halts auf hoher See an Crew und Passagiere machen werde.
Es stellte sich nämlich heraus, dass es sich um die nautische Position im Nordatlantik handelte, an der die durch ihren Untergang berühmt gewordene Titanic am 14. April 1912 nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg der Arktis auf ihrer Jungfernfahrt sank. Dabei wurde die Titanic als Transatlantik-Liner schon während der Planungs- und Bauphase als das größte und unsinkbare Schiff seiner Zeit betitelt.
Der Kapitän in der Fernseh-Dokumentation beabsichtigte mit dem Stopp mitten auf dem Atlantik, und derselben Schifffahrts-Route auf der Kreuzfahrt, die ausschließlich zum Vergnügen, Erholung und Urlaub gedacht ist, eine kurze Andacht, für die Menschen, die bei dieser Katastrophe ihr Leben verloren und mit der Titanic in den kalten Atlantik versanken.

Es ist wichtig sich klar zu machen, dass das Unglück der Titanic zu einer Zeit stattfand, als es noch keinen Reiseflugverkehr gab. Es fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wettbewerb um das Blaue Band statt, welches der Reederei immer wieder neu zugesprochen wurde, welche einen neuen Rekord für die schnellere Überfahrt zwischen Europa und den USA gelang. Damals dienten die Schiffsreisen zwischen den Kontinenten eher selten als Vergnügen. Für viele Menschen war die Schiffsreise sowohl Hoffnung und die Möglichkeit, aus Europa in die noch neue Welt Nordamerikas zu immigrieren, in der Hoffnung, ein besseres Leben sich dort aufbauen zu können und den prekären Zuständen Europas zu fliehen.
Nach der Andacht nahm der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs die Fahrt wieder auf.

Mich hat diese Anekdote berührt, weil ich als Kreuzfahrturlauber mit so einem Manöver auf hoher See auch absolut nicht gerechnet hätte. Dennoch war der Untergang der Titanic als Katastrophe ein wichtiges Ereignis. So wurden im Seerecht Änderungen auf den Weg gebracht, die es verhindern sollen, dass sich Katastrophen wie die des Untergangs der Titanic nicht wiederholen sollen.
Was ich allerdings sehr grenzwertig empfinde, ist, dass im Nachmittagsprogramm der Kreuzfahrttourismus völlig unreflektiert und nur einseitig positiv als Unterhaltung thematisiert wird. Es ist inzwischen klar, diese Form des Tourismus ökonomisch und ökologisch für weitreichende Schäden verantwortlich ist.

Links:
Verrückt nach Meer (Wikipedia)
RMS Titanic (Wikipedia)

Corona-Krise

Aufgrund der weltweit pandemischem Verbreitung des Corona-Virus wurde hierzulande die Bevölkerung zumindest darum gebeten, sich so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufzuhalten und keine Menschenansammlungen zu bilden. Außerdem wurde der Einzelhandel bis auf Drogerien und den Supermärkten heruntergefahren, von den Dienstleistungen wie Friseure, Nagelpflege, Massage und Fitness-Studios wegen der Körperkontakte mal ganz zu schweigen.
Das Corona-Virus bedeutet für die Zivilgesellschaften nicht nur insofern eine Krise, als dass die Gesundheit oder das Leben von Menschen auf dem Spiel steht, sondern auch das Leben von Personen die nicht von dem Virus selber betroffen sind, auf den Kopf gestellt ist.
Wer kann, soll nun von zu aus Hause arbeiten. Plötzlich werden die Schulen außerhalb der Ferienzeiten für die meisten Schüler geschlossen und diese sollen zu Hause unter zu Hilfenahme des Internets ihren Lernstoff durcharbeiten. Auf einmal steigt die tägliche Dauer der sozialen Interaktion von Familien von wenigen Stunden auf fast den ganzen Tag. Freizeitgestaltung in der Öffentlichkeit in Form von Vereinen, Volksfesten und jeglichen kulturellen Angeboten sind untersagt. Es entsteht für die Menschen ein neuer, unbekannter struktureller Rahmen des Daseins.
Aus diesen psychosozialen Veränderungen können weitere Krisensituationen wie soziale Isolationen entstehen, oder das berufliche und damit finanzielle Existenzen zerstört werden.

Psychosozialer Dienst Frankfurt am Main – Höchst

Aber aufgrund dieser Maßnahmen soll und wird eine Sensibilität geschaffen, in der so viele Menschen wie möglich vor dem Virus geschützt werden sollen. Auch kristallisiert sich aus der Erhöhung der klinisch behandlungsbedürftigen Infektionspatienten die Schwächen unserer arbeitsteiligen Gesellschaften heraus. Blicke auf andere Länder und Kulturen und wie diese mit der derzeitigen Situation und in früheren Zeiten mit infektiösen Erkrankungen umgingen, können den eigenen kulturellen und nationalen Horizont deutlich erweitern.
Zum Beispiel ist es meiner Beobachtung nach zumindest in Japan üblich, dass Menschen die selbst nur mit einer Erkältung, viralen Infekt oder eine Grippeinfektion nur dann sich in die Öffentlichkeit bewegen, wenn sie einen Mundschutz tragen, aus Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, diese nicht durch die Tröpfcheninfektion zusätzlich noch zu infizieren.

Eine andere Sache ist: Wir haben jetzt den Anlass dazu, mal wieder ernsthaft darüber nachzudenken, eben nicht nur Berufsgruppen ausreichend zu entlohnen, die für die Erhöhung der Produktion für wirtschaftliches Wachstum zuständig sind, sondern die Menschen würdigen die sich für die soziale Reproduktion der Mitmenschen einsetzen. Sprich also: Ärzte, Pfleger, Sozialarbeiter oder Lehrer.
Diese Krise bietet also auch das Vorhandensein von Möglichkeiten!

Museum für Kommunikation Frankfurt

Am gestrigen Sonntag habe ich zum ersten Mal das Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main besucht und es hat meine Erwartungen voll übertroffen.

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Die aktuelle Dauerausstellung hat das Motto „Mediengeschichten neu erzählt! Von der Keilschrift bis zur Datenbrille“. Es handelt von einer Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kommunikation. Mit 44 Themeninseln wird exemplarisch die Entwicklung durch die vier zentralen Phänomene Beschleunigung, Vernetzung, Kontrolle und Teilhabe erzählt und gezeigt. Und das schöne dabei ist, dass viele Themeninseln interaktiv sind, sowie einige Exponate der inzwischen historischen Technologien zum selber ausprobieren einladen.

Eines der Highlights war für mich ein Fernschreiber (Teleprinter Exchange, kurz: Telex), der aktiv war und den Nachrichten-Feed der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mitlauschte. Sobald eine Meldung die FAZ Online-Redaktion veröffentlichte, empfang er diese und erzeugte einen Schreibmaschinendruck auf seinem Endlospapier.

Fernschreiber im Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
Direcktlink

Neben der Dauerausstellung gab es auch einige Sonderausstellungen, die zum Mitmachen einluden. So zum Beispiel eine über menschliche Gesten, sowie eine Ausstellung über Geheimnisse.

Ich kann das Museum für Kommunikation jeden weiterempfehlen. Es ist nicht nur da um sich an Vergangenes zu erinnern, sondern auch eine Spielwiese durch die Zeit für Technikbegeisterte, die selber auch mal etwas selber noch einmal in die Hand nehmen möchte.

Links:
Webseite: Museum für Kommunikation Frankfurt am Main
eigene Bildergalerie Museum für Kommunikation
Telex (dt. Wikipedia)

Robert Gernhardt – Ach

Am vergangenen Dienstag hatte sich die hr2-Redaktion in der Sendung Der Tag mit dem Thema Tabus beschäftigt. Ein Tabu in der heutigen Zeit ist das Thema Tod.

Der Frankfurter Schriftsteller Robert Gernhardt hat kurz vor seinem eigenen Tod einen humorvollen direkten Umgang damit gesucht und gefunden.:

Direktlink

Links:
Sendung hr2 ‚Der Tag‘ – Die unsichtbare Grenze – neue und alte Tabus
Robert Gernhardt (dt. Wikipedia)