Herausragende Musikalben – „Irrenhaus“ von Keimzeit

Veröffentlichung: 1990

Irrenhaus ist das Debütalbum der bereits im Jahr 1980 gegründeten Band, deren Gründungsmitglieder die Geschwister Norbert, Hartmut, Roland und Marion Leisegang bereits schon seit Ende der 1970er Jahre gemeinsam auf Familienfeiern und in Kneipen gemeinsam auftraten. In den 1980er Jahren erspielte sich die Band auf zudem meist abseits vom staatlich gelenkten Musikgeschäft der DDR organisierten tausenden Konzerten eine treue Fangemeinde, zum Beispiel in Dorfkneipen mit ihren Veranstaltungssälen. Ende der 1980er Jahre wurde der Band kurzzeitig die Spielerlaubnis durch die staatliche Künstlerorganisation entzogen. Unter anderem der Titel Mama sag mir, warum vom Debütalbum Irrenhaus war hier die Begründung. Stilistisch war die Musik der frühen Jahre typischer Bluesrock, der durch die teilweise sehr poetischen Texte seine spezielle Note erhielt.
Erst 1988 erhielt Keimzeit beim Rundfunk der DDR die Gelegenheit, Lieder professionell aufzunehmen. Seitdem wurden sie auch im Radio gespielt – vor allem beim Jugendradio DT64. Die Aufnahmen wurden jedoch erst 1990 als Debütalbum Irrenhaus bei Hansa Berlin veröffentlicht. Mit dem Titelstück des Albums gelang der Band ein „Wendehit“: Textzeilen wie „… Irre ins Irrenhaus, die Schlauen ins Parlament. Selber schuld daran, wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt …“ sprachen vielen DDR-Bürgern aus dem Herzen. Elf 99, die Jugendsendung des DDR-Fernsehens, produzierte zudem ein Video zum Titel Flugzeuge, der die metaphorische Wirkung des Liedes in Bezug auf die Wendewirren noch unterstützte: Bei der Textzeile „… eingepudert und abgestellt: der Chef …“ sieht man beispielsweise ein scheinbar achtlos in die Ecke gestelltes Bild Erich Honeckers. Darüber hinaus tourte die Band weiter intensiv durch die (Noch-)DDR und trat mehrfach im Fernsehen und im Radio auf.

Links:

Herausragende Musikalben – „The Joshua Tree“ von U2

Veröffentlichung: 1987

The Joshua Tree ist das fünfte Studioalbum von U2 gewesen und erschien am 9. März 1987. Musikalisch begann die Band Blues und Folk in ihr Songwriting mit einzubeziehen. Diese Einflüsse sind vor allem in den Songs Running to Stand Still und Trip Through Your Wires zu erkennen. Die Band beschloss, den Schauplatz des Albums allgemeinem nach Amerika zu verlegen, und im Besonderen in die Wüste im Südwesten der USA. So fanden die Fotoaufnahmen mit dem niederländischen Fotografen Anton Corbijn für das Platten-Cover in der kalifornischen Mojave-Wüste und im Death-Valley-Nationalpark statt. Dort entstand auch das Foto eines allein wachsenden Josuabaums (Josua-Palmlilie), der auch dem Album den Titel gab. Auch inhaltlich setzt sich The Joshua Tree in den Liedtexten mit Amerika auseinander. Zum einen ist da wieder das Thema Wasser und Wüste – welches schon Bestandteil des Album-Covers ist, auf das im Song In God’s Country Bezug genommen wird. Zum anderen wird in dem Lied Bullet the Blue Sky Bezug auf die damalige US-amerikanische Politik im mittelamerikanischem Staat El Salvador genommen. Im Song Mothers of the Disappeared geht es schließlich um eine Klage für die Mütter zehntausender Desaparecidos – meist völlig unschuldigen Menschen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren von lateinamerikanischen Militärdiktaturen als angebliche Staatsfeinde heimlich entführt und dann meist gefoltert und umgebracht wurden.
Letztendlich wurde das Musikvideo für Where the Streets Have No Name in Los Angeles und das Musikvideo für I Still Haven’t Found What I’m Looking For in Las Vegas aufgenommen.

Links: